Weniger dazwischen.

Ein Sommer inmitten flowigen Trails, ganz viel Bewegung und ziemlich viel von dem, was längst da ist.
& warum ich mein vielseitiges Leben genau so liebe.
Ein ehrlicher Blick hinter alles. schöne. leben. – einen Sommer später.
Dieser Blogpost wollte eigentlich schon viel früher durch meine Finger auf den Bildschirm finden. Ideen dafür? Mehr als genug. Mein Kopf sowieso längst mittendrin und vermutlich schon drei Absätze weiter. Trotzdem habe ich ihn immer wieder zur Seite gelegt.
Nicht, weil mir die Worte gefehlt hätten. Eher im Gegenteil. Ich hatte einfach das Gefühl, noch ein bisschen damit warten zu wollen. Da mischten noch Gedanken mit, die irgendwie noch nicht ganz dort waren, wo ich sie haben wollte. Und dieses Mal hatte ich auch überhaupt nicht das Bedürfnis, alles sofort in Worte zu packen, nur weil es langsam greifbarer wurde.
Also blieb der Blog liegen. Zumindest auf meinem Bildschirm. In meinem Kopf wurde nämlich ziemlich munter weitergeschrieben und dieser Sommer hat ganz nebenbei noch das eine oder andere Kapitel dazu geliefert.
Vielleicht brauchte es genau das.
Und jetzt? Jetzt habe ich richtig Lust darauf.
So sitze ich wieder hier, in meinem liebsten Schreibspace, während draussen langsam der Herbst Einzug hält und ich mich tatsächlich ein bisschen darüber freue, dass mein Kleiderschrank wieder mehr hergibt als die sommerliche Kurzversion. Mein Fashion-Herz liebt diese Jahreszeit. Ich liebe es, mich auch darüber auszudrücken, neue Styles auszuprobieren, mit Farben und Materialien zu spielen.
Während ich mich modisch gerade über jede zusätzliche Schicht freue, fühlt es sich in mir drin fast ein bisschen umgekehrt an. Denn die vergangenen Monate hatten für mich viel mehr mit Ablegen zu tun. Mit der einen oder anderen Schicht, die gar nicht zu mir gehört. Mit Dingen, die ich irgendwann einmal über mich gedacht, gelernt oder auch einfach übernommen habe. Und darunter kommt nicht plötzlich eine neue Martina zum Vorschein. Eher immer ein bisschen mehr von der, die sowieso schon die ganze Zeit da war.
Irgendwie passt genau das ziemlich gut zu diesem Sommer. Nicht, weil ich plötzlich alles anders gemacht hätte. Eigentlich war da ganz viel von dem, was sowieso zu meinem Leben gehört und was ich liebe. Ich habe einfach wieder einmal ganz bewusst hingeschaut. Was tut mir gut? Wovon möchte ich mehr? Was darf bleiben, was darf sich verändern? Und wo habe ich richtig Lust, noch ein bisschen weiterzugehen?
Dazu gehörte auch eine ziemlich bewusste Entscheidung, das Aussen für eine Weile etwas leiser zu drehen. Instagram einfach mal Instagram sein zu lassen und weniger zu schauen, was wo gerade passiert. Ich wollte meine Aufmerksamkeit wieder näher bei mir haben. Bei dem, was in meinem Leben passiert. Bei meinen Lieblingsmenschen. Bei all dem Schönen, das direkt vor meiner Nase stattfindet und das manchmal erstaunlich viel deutlicher wird, wenn nicht ständig noch hundert andere Eindrücke dazwischenfunken.
Genau das habe ich diesen Sommer ziemlich ausgiebig genossen. Viel draussen, viel in Bewegung, viel Zeit mit meinen Lieblingsmenschen und vor allem ganz oft einfach dort, wo ich gerade war. Ohne gleichzeitig darüber nachzudenken, ob dieser Moment jetzt noch irgendwo festgehalten oder geteilt werden müsste. Dabei hatte ich überhaupt nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Ganz im Gegenteil. Es war ziemlich schön, meine Aufmerksamkeit wieder dort zu haben, wo mein eigenes Leben stattfindet.
Dadurch ist all das, von dem ich längst weiss, wie wichtig es mir ist, wieder ein bisschen weiter nach vorne gerückt.
Mein Umfeld. Zeit miteinander. Zeit nur mit mir. Bewegung. Draussen sein. Gutes Essen. Gespräche, die irgendwo anfangen und ganz woanders enden. Ein Buch in der Hand und genügend Zeit, um doch noch ein Kapitel dranzuhängen. Gemeinsam Ideen spinnen, visionieren, Pläne machen und weiterdenken. Und diese langen Sommerabende draussen, die ich schon als Kind so geliebt habe und die sich für mich bis heute ziemlich genau danach anfühlen, wie Sommer sein soll.
Unsere Familienferien haben da wunderbar hineingepasst. Einmal mehr mit den Bikes im Gepäck und ganz viel Lust auf gemeinsame Kilometer. Tagsüber Trails, Höhenmeter, Fahrtwind und meine drei Jungs vor mir. Danach müde Beine, Wellness, feines Essen und dieses bewusste gemeinsame Geniessen nach einem Tag draussen. Den Körperspüren, gemeinsam zurückschauen, lachen und irgendwann einfach da sitzen und merken, genau diese Mischung liebe ich.
Und mittendrin natürlich ganz viele Kilometer auf dem Bike mit meinen drei Jungs. Wie ich das liebe. Ihnen hinterher, ihren Drive und ihre Begeisterung vor mir, durch Steilwandkurven, über flowige Trails und irgendwann vollkommen im Singletrailmodus.
Genau dort passiert etwas, das ich am Biken schon immer geliebt habe. Mein Fokus wird ganz klar. Ich kann nicht gleichzeitig überall sein, nicht schauen, was links oder rechts passiert oder mit den Gedanken schon drei Kurven weiter. Mein Blick muss genau dorthin, wo ich hinwill. Kurve um Kurve. Und je klarer dieser Blick ist, desto selbstverständlicher folgt mein Körper.
Vielleicht berührt mich genau das auch deshalb immer wieder so. Weil es im Leben eigentlich gar nicht so anders ist. Wenn ich zu viel ins Aussen schaue, verliere ich schneller meinen eigenen Weg aus dem Blick. Bin ich ganz bei mir, bei meinem Gefühl und bei dem, wo ich hinmöchte, wird vieles plötzlich ruhiger und klarer.
Auf dem Bike passiert das ganz automatisch. Der Kopf wird still, mein Körper übernimmt und ich bin einfach da. Vollkommen bei mir. Und irgendwo zwischen Fahrtwind, meinen drei Jungs vor mir und der nächsten Kurve ist da dieses Freiheitsgefühl, das ich vermutlich nie sattbekomme.
Und irgendwo zwischen all diesen Kurven wurde mir wohl auch ziemlich klar, wie vieles gerade seinen Platz findet, obwohl es eigentlich längst da war.
Wer meinen letzten Blog gelesen hat, weiss, dass Veränderung schon dort ein grosses Thema war. Ich schrieb über mein erstes Jahr mit alles.schöne.leben., über Wachstum, Vertrauen und dieses ziemlich deutliche Gefühl, dass da noch mehr in mir steckt, das raus in die Welt möchte. Ganz am Schluss stand ein Satz, über den ich heute ziemlich schmunzeln muss:
„Ich freue mich auf alles, was ich noch in Bewegung bringen darf.“
Ich glaube, mein Gefühl war damals schon ein gutes Stück weiter als mein Kopf.
Denn tatsächlich ist auch in meiner Arbeit in den vergangenen Monaten einiges in Bewegung gekommen. Nicht von heute auf morgen und schon gar nicht, weil ich eines Morgens aufgewacht bin und beschlossen habe: So, jetzt machen wir alles anders.
Ich habe einmal mehr genau hingeschaut. Was liebe ich wirklich an meiner Arbeit? Was berührt mich daran? Wo möchte ich tiefer gehen? Und weshalb lande ich bei all den scheinbar unterschiedlichen Dingen, die ich mache, am Ende immer wieder bei ganz ähnlichen Themen?
Ich liebe mein vielseitiges Leben. Und ich liebe es, Neues auszuprobieren, meiner Neugier zu folgen, Ideen entstehen zu lassen und nicht vorher schon wissen zu müssen, wohin sie mich führen. Räume gestalten, Worte finden, Menschen begleiten, schreiben, tanzen, kreativ sein, mich bewegen, weiterdenken. Lange waren das für mich einfach verschiedene Dinge, die ich gerne mache. Mittlerweile sehe ich darin immer wieder mehr diese wunderschöne Verbindungen.
Bei meinen Brautpaaren interessiert mich zum Beispiel nicht nur die Geschichte, die ich später erzählen darf. Ich möchte wissen, wer diese zwei Menschen sind. Was sie verbindet, wie sie miteinander sind und was ihre Beziehung zu genau ihrer macht. Bei meinen Wohnprojekten geht es mir genauso wenig einfach um einen schönen Raum. Mich interessiert, wer darin lebt und wie sich dieser Mensch darin fühlen möchte. Und auch beim Schreiben waren es für mich nie nur schöne Worte. Mich interessiert das dahinter. Was Worte auslösen, was sie berühren und manchmal überhaupt erst sichtbar machen.
Je genauer ich hingeschaut habe, desto weniger konnte ich diese Bereiche plötzlich als einzelne Teile sehen. Räume, Worte, Begegnungen, Beziehungen, Bewegung und dieses feine Gespür für das, was nicht immer sofort sichtbar ist.
Und mittendrin das Tanzen.
Das begleitet mich, seit ich klein bin. Ich weiss schon lange, was passiert, wenn ich aus meinem Kopf rauskomme und meinen Körper einfach machen lasse. Wenn ich nicht versuche, alles zuerst zu verstehen, sondern spüre. Und wie oft mein Körper längst eine Antwort hat, während mein Kopf noch ziemlich beschäftigt damit ist, die passende Erklärung dafür zu suchen.
Vielleicht geht es also auch hier gar nicht darum, etwas vollkommen Neues zu erschaffen. Vielmehr darf das, was sowieso längst zu mir gehört, endlich ein bisschen mehr Platz bekommen. Und ich muss dafür auch nicht weniger vielseitig werden. Im Gegenteil. Ich beginne gerade immer besser zu verstehen, dass genau diese Vielseitigkeit ein ziemlich grosser Teil von mir ist. Dass ich ausprobieren, mich weiterentwickeln und tiefer gehen darf, ohne mich dafür jedes Mal neu erfinden zu müssen.
Und ja, genau das bewegt gerade einiges.
Ich bilde mich weiter, beschäftige mich intensiv mit Themen, die mich schon lange faszinieren, und lasse daraus etwas entstehen, das sich erstaunlich wenig nach „etwas Neuem“ und ziemlich fest nach MIR anfühlt.
Mehr möchte ich heute noch gar nicht verraten. Nicht, weil ich mir nicht sicher bin. Ganz im Gegenteil. Ich weiss mittlerweile ziemlich klar, wohin es mich zieht. Aber manches darf zuerst wachsen, Form annehmen und noch ein bisschen bei mir bleiben, bevor ich beginne, es hier in ein paar Sätze zu packen.
Und genau diesen Prozess geniesse ich gerade sehr. Er ist für mich sogar einer der wichtigsten Bestandteile meiner Selbstständigkeit. Die Freiheit, mich mit meiner Arbeit weiterzuentwickeln, meiner Neugier zu folgen, Dinge auszuprobieren und auch wieder zu verändern, wenn ich merke, da wartet noch mehr. Mein Business soll nicht irgendwann einfach fertig sein und genauso bleiben. Es darf sich mit mir bewegen, mit meinen Erfahrungen, meinen Ideen und mit dem, was mich gerade wirklich interessiert. Genau darin liegt für mich ein ziemlich grosser Teil von dem, weshalb ich diesen Weg so liebe.
In den vergangenen Monaten wurde mir auch noch einmal bewusst, wie wertvoll die Menschen sind, die all diese Seiten von mir längst kennen. Die nicht erst dazukommen, wenn eine Idee fertig gedacht und schön verpackt ist, sondern schon mittendrin sitzen. Die meine Ideen manchmal kennen, wenn sie noch ziemlich roh sind, Veränderungen miterleben und über die Jahre wahrscheinlich schon so einige Versionen von mir kennengelernt haben.
Eine davon ganz besonders.
An einem frühen Sommermorgen wurde mir genau das auf eine ziemlich schöne Art noch einmal bewusst. Nur meine beste Freundin und ich, irgendwo zwischen ziemlich früher Uhrzeit, diesem wunderschönen Morgenlicht und einem Fotoshooting, wie wir schon einige miteinander hatten.
Trotzdem fühlte sich dieses Shooting anders an.
Vielleicht gerade deshalb, weil sie mich nicht nur durch ihre Kamera sieht. Sie kennt all die Versionen von mir, die über die Jahre schon davor gestanden haben. Sie kennt mein Wachstum, die Veränderungen dazwischen und genauso das, was bei all dem immer geblieben ist. Wenn ich heute Bilder aus unseren verschiedenen Shootings anschaue, sehe ich darin so viel mehr als andere Kleider, Haare oder Orte. Ich sehe mich. Immer wieder ein bisschen anders und gleichzeitig immer ein bisschen mehr.
Vielleicht entstehen gerade deshalb mit ihr Bilder, auf denen ich nicht das Gefühl habe, jemand sein oder etwas darstellen zu müssen. Ich muss nichts spielen, nichts zurückhalten und auch keine bestimmte Version von mir hervorholen. Irgendwie darf einfach das sichtbar werden, was gerade da ist.
Genau darin lag für mich an diesem Morgen etwas unglaublich Schönes. Zu merken, dass auch hier nicht eine neue Version von mir vor der Kamera steht. Vielleicht sind einfach wieder ein paar Schichten weniger dazwischen.
Und ich glaube, genau das liebe ich an diesen Bildern so sehr. Sie zeigen nicht, wer ich sein möchte. Sie zeigen immer ein Stück mehr von dem, wer ich längst bin.
Einige davon werden übrigens ganz bestimmt auch hier ihren Platz finden. Auf meiner Webseite, zwischen meinen Worten, meiner Arbeit und all dem, was sich gerade weiterentwickelt. Denn irgendwie könnten sie gerade kaum besser dazu passen.
Zu meinen Ideen. Zu meiner Arbeit. Und zu dieser grossen Lust, immer wieder auszuprobieren, was noch alles möglich ist.
Denn diese Lust auf mein Leben habe ich nicht erst diesen Sommer entdeckt. Die war schon immer da. Genauso wie meine Lust auf Veränderung, aufs Ausprobieren und darauf, meine Komfortzone immer wieder ganz bewusst zu verlassen.
Ich mag es, wenn sich etwas bewegt. Wenn aus einem Gedanken plötzlich eine Idee wird, die mich nicht mehr loslässt. Wenn ich etwas ausprobiere, ohne schon vorher genau zu wissen, wo ich damit lande. Wenn es ein bisschen kribbelt, weil ich merke, dass ich gerade wieder einen Schritt aus dem Gewohnten rausmache.
Das bin ziemlich fest ich.
So sitze ich nun wieder hier in meinem Lieblingscafé. Der Sommer langsam hinter mir, der Herbst vor der Tür und mein Kopf – Überraschung – natürlich schon wieder ziemlich voll.
Mit Ideen, auf die ich richtig Lust habe. Mit Dingen, die ich weiterdenken möchte. Und mit einer davon, die gerade ganz besonders viel von meiner Aufmerksamkeit bekommt.
Was daraus entsteht, erzähle ich euch bald.
Bis dahin darf es noch ein bisschen meines sein.
Und während im Hintergrund schon ziemlich viel wächst, freue ich mich gerade auf etwas, das ich genauso liebe wie all das gemeinsame Unterwegssein, ein ganzes Wochenende nur mit mir.
Wellness, gutes Essen, Ruhe, wahrscheinlich irgendwo ein Kaffee neben mir und ganz bewusst Zeit, in der ich niemandem ausser mir gehören muss. Zeit zum Lesen, Schreiben, Ideen spinnen, kreativ sein oder eben auch einfach mal für gar nichts und der Ruhe bewusst Raum zu geben. Ich zelebriere solche Momente ganz bewusst. Nicht, weil ich Abstand von meinem Leben brauche, sondern weil diese Zeit mit mir genauso zu meinem Leben gehört.
Umso schöner ist es, einen grossartigen Mann an meiner Seite zu haben, mit dem genau das so selbstverständlich sein darf. Wir geben uns gegenseitig diesen Raum, weil wir beide wissen, wie gut es tut und wie wichtig es ist, zwischendurch ganz den eigenen Dingen, Gedanken und Ideen nachzugehen.
Vielleicht liebe ich gerade deshalb auch das Danach so sehr. Wieder zusammenzukommen, zu erzählen, zuzuhören und den anderen ein Stück in das mitzunehmen, was in dieser Zeit entstanden ist. Gedanken zu teilen, gemeinsam weiterzudenken und manchmal aus etwas ganz Kleinem zusammen wieder ein bisschen mehr entstehen zu lassen.
Ich mag dieses Eigene zwischen uns genauso wie unser Gemeinsames. Und vielleicht fühlt sich genau deshalb beides so gut an.
Auf genau diese Zeit freue ich mich gerade sehr. Ein ganzes Wochenende, an dem ich meinem eigenen Rhythmus folge. Mich treiben lassen, geniessen, kreativ sein und zwischendurch einfach nur bei mir sein und einmal mehr meiner Intuition voll und ganz zu folgen.
Was dabei entsteht? Keine Ahnung.
Aber genau darauf freue ich mich gerade am meisten.
Veränderung beginnt dort, wo wir dem Raum geben, was längst in uns lebt.



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